Stottern und Poltern

Stottern und Poltern

Inhaltsverzeichnis

Stottern und Poltern sind Sprachstörungen, die zwar unterschiedlich sind, aber beide eine signifikante Auswirkung auf die Kommunikationsfähigkeit haben können. Sie zählen zu den sogenannten „Redeflussstörungen“, da sie den Sprachfluss des Betroffenen unterbrechen oder verändern.

Stottern verstehen: Symptome und Ursachen:

Stottern ist eine komplexe Sprachstörung, die durch verschiedene Symptome gekennzeichnet ist. Der Betroffene weiß genau, was er sagen will, aber es treten Unterbrechungen des Sprachflusses, wie Wiederholungen von Lauten und Silben, Dehnungen von Lauten und Blockierungen beim Sprechen auf. Daneben gibt es auch Symptome  über die Sprache hinaus. Dazu gehören physische Begleiterscheinungen wie Blinzeln, Zucken der Lippen oder des Unterkiefers und sichtbare Anstrengung beim Sprechen. Emotionale Reaktionen wie Angst vor dem Sprechen und Vermeidungsverhalten sind ebenfalls häufig.

Die genetische Komponente des Stotterns ist signifikant. Forschungen zeigen, dass Stottern in einigen Familien gehäuft vorkommt. Obwohl der genaue Mechanismus noch nicht vollständig verstanden ist, legen Studien nahe, dass die motorische Verarbeitung im Frontallappen des Gehirns in Verbindung mit Stottern stehen könnten. Diese genetischen Faktoren interagieren oft mit Umweltfaktoren, was die Vielfalt der Stottererfahrungen erklärt.

Poltern in der Sprache: Identifikation und Management:

Poltern äußert sich in einer Reihe von Symptomen, die oft mit einer schnellen oder unregelmäßigen Sprechweise verbunden sind. Personen, die poltern, neigen dazu, Wörter oder Teile von Wörtern zu verschlucken, haben Schwierigkeiten mit der Sprachplanung und -organisation, und machen häufige Sprechpausen, auch an Stellen, wo sie als unpassend empfunden werden. Im Gegensatz zum Stottern ist Poltern weniger bekannt und wird oft mit anderen Sprachstörungen verwechselt.

Die genetische Komponente des Polterns ist weniger gut erforscht als die des Stotterns, aber es gibt Hinweise darauf, dass auch hier genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Wie beim Stottern scheint es eine familiäre Häufung des Polterns zu geben, was auf eine mögliche genetische Prädisposition hindeutet. Die Forschung in diesem Bereich ist jedoch noch im Gange und weitere Studien sind erforderlich, um ein vollständigeres Bild zu erhalten, welche Faktoren das Poltern beeinflussen.

Wirksame Sprachtherapietechniken für Stottern und Poltern:

Unsere Therapeuten bieten eine Vielzahl von Therapieansätzen, um Menschen mit Stottern oder Poltern zu helfen. Dazu gehören traditionelle Sprachtherapien, spezielle Übungen zur Verbesserung der Artikulation und des Sprechtempos sowie neuere Methoden wie die Verwendung von Technologie und Feedback-Systemen.

Die wichtigsten Merkmale nochmal in Kürze:

Stottern                

  • Strukturierung der Äußerungen nicht betroffen
  • Hohes Störungsbewusstsein
  • Normales bzw. durch die Symptomatik verlangsamtes Sprechtempo
  • ausgeprägte Sekundärsymptomatik
  • Dehnungen, Wiederholungen und Blockierungen treten auf
  • Kommt häufiger vor

Poltern

  • Strukturierung der Äußerungen betroffen
  • Kein Störungsbewusstsein
  • Erhöhtes Sprechtempo
  • Keine Sekundärsymptomatik
  • Laut-, Silben- und Wortauslassungen
  • Kommt seltener vor

 

Informationen für Betroffene

Hier finden Sie Informationen was Sie als Eltern oder Angehörige unternehmen können, wenn eine Person stottert. 

 

Weitere Informationen zum Thema Stottern finden Sie auf den Seiten der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V.

Bild von Austin Pacheco von Unsplash

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