Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Verbale Entwicklungsdyspraxie?

Die „verbale Entwicklungsdyspraxie“ (VED) ist eine Störung der Sprechbewegungsplanung bei Kindern.

Eine Dyspraxie ist eine Störung der Bewegungsplanung, -koordination und -programmierung. Das bedeutet, dass Bewegungen nicht zielgerichtet geplant und ausgeführt werden können.

Ganz einfach ausgedrückt könnte man sagen: Kinder mit einer VED wissen genau, was sie sagen wollen, aber ihr Gehirn kann den Muskeln im Mund nicht sagen, wie sie sich bewegen müssen, sodass das richtige Wort herauskommt.

Bei einer VED sind die Artikulationsorgane  (Lippen, Zunge, Kiefer) intakt, es liegen also keine Lähmungen oder andere motorische Einschränkungen vor.  Auch das Sprachverständnis ist bei einer VED nicht betroffen. Trotzdem tritt diese Störung oft zusammen mit anderen Beeinträchtigungen auf , wie z B. Schwierigkeiten in Grob- und Feinmotorik, Probleme mit der Grammatik oder Probleme beim Lesen lernen.

Symptome

Eingeschränktes Lautrepertoire

Das Kind kann einige Laute gar nicht sprechen.

Aussprachefehler

Diese sind meistens inkonstant (ein Wort kann an einem Tag richtig ausgesprochen werden, am nächsten Tag falsch) und inkonsequent (ein Wort wird immer wieder anders falsch ausgesprochen, zum Beispiel: Tiger=Tider/Giter/Titer).

Schwer verständliche Sprache

Meist sind einzelne, kurze Wörter besser zu verstehen als lange Sätze. Der Schweregrad der VED kann sehr unterschiedlich sein.

Artikulatorische Suchbewegungen

Wenn das Kind Schwierigkeiten hat, ein Wort auszusprechen, sieht man manchmal, wie es versucht die Zunge oder Lippen in die richtige Position zu bringen.

Hohes Störungsbewusstsein

Kinder mit VED bemerken meist die Fehler, die sie beim Sprechen machen. Das belastet sie und sie sind frustriert, wenn sie von anderen Leuten nicht verstanden werden.

Ursache

Eine konkrete Ursache für die verbale Entwicklungsdyspraxie ist noch nicht bekannt. Es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Es könnte eine genetische Komponente vorliegen, weil oft mehrere Fälle von VED in einer Familie auftreten. Eine VED kann auch ohne eine erkennbare Ursache auftreten und ohne zusätzliche Auffälligkeiten beim Sprechen oder bei der Motorik vorliegen.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Diagnostik

Zu Beginn der logopädischen Therapie wird eine Diagnostik gemacht. Es werden verschiedene Tests gemacht, die das Sprachverständnis und die Sprachproduktion beurteilen können. Manchmal wird der Verdacht einer VED erst im Verlauf einer Therapie gestellt, da die Störung einigen anderen Störungen ähnelt.

Sobald die richtige Diagnose bei dem Kind gestellt ist, kann die Therapeutin oder der Therapeut mit einer gezielten Therapie der VED beginnen.

 

Therapie

Es gibt verschiedene Therapieansätze, die Logopäden bei einer VED verwenden. Die Gemeinsamkeit aller Ansätze ist ein sehr intensives Üben mit vielen Wiederholungen während der Therapie und zu Hause („motorischer Drill“). Das Ziel dabei ist, die Sprechbewegungen für bestimmte Laute oder Wörter zu automatisieren.

In der Therapie wird dem Kind beispielsweise gezeigt, wie ein Laut gebildet wird und es werden intensiv Silben geübt, die zu Wörtern zusammengesetzt werden. Generell hängt die Art der Übungen davon ab, wie Ihr Kind am besten lernt. Manche Therapieansätze arbeiten mit Gesten oder farbigen Symbolen.

Es sehr wichtig, dass die Therapie regelmäßig stattfindet (am besten 2x pro Woche) und dass Sie mit Ihrem Kind viel zu Hause üben, um die Automatisierung der Sprechbewegungen zu unterstützen.

 
Bild von Jonathan Borba über Unsplash.com

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