Logopädie für Erwachsene

Inhaltsverzeichnis

Bei “Logopädie” denken viele zuerst an die Behandlung von Kindern mit Sprachstörungen oder Sprachverzögerungen. Die Behandlung von Erwachsenen spielt aber ebenso eine wichtige Rolle!

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Können auch Erwachsene zur Logopädie gehen?

Sprachstörungen können auch bei Erwachsenen vorliegen. Sie können durch Hirnschädigungen auftreten wie einen Schlaganfall, bei degenerativen Erkrankungen oder nach Unfällen. In solchen Fällen kann Logopädie helfen, die Sprache wieder zu verbessern.  Aber auch Sprachschwierigkeiten, die im Kindesalter begonnen haben und im Erwachsenenalter noch bestehen, können in der Logopädie behandelt werden. Kurz gesagt: Es ist nie zu spät, Ihre Sprache zu verbessern!

Welche Sprachstörungen bei Erwachsenen gibt es?

Es gibt verschiedene Sprech – und Sprachstörungen, die bei Erwachsenen vorkommen können. Sie haben unterschiedliche Symptome, können sich unterschiedlich stark auf den Alltag auswirken und können in einer logopädischen Therapie behandelt werden.

Aphasie

Das ist eine Sprachstörung, die nach einem Schlaganfall oder einer Verletzung des Gehirns (zum Beispiel einem Schädel-Hirn-Trauma) auftreten kann, wenn dabei die Regionen im Gehirn beschädigt wurden, die für die Sprache zuständig sind. Die Symptome sind sehr unterschiedlich: Betroffene Personen können Wörter oder Sätze nicht mehr gut verstehen oder haben Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. Auch Probleme beim Lesen oder Schreiben sind möglich.

Es wird geschätzt, dass ca. 30-40% der Menschen mit einem Schlaganfall eine Aphasie haben. In Deutschland sind das ungefähr 25000 Menschen pro Jahr.

Dysarthrie

Bei einer Dysarthrie sind das zentrale Nervensystem oder die Hirnnerven geschädigt. Dadurch können Muskeln, die die Sprechbewegungen ausführen (zum Beispiel die Zunge oder die Lippen) nicht mehr richtig gesteuert werden. Die Sprache kann deshalb verwaschen klingen, zu leise oder verlangsamt sein. Wie die Aphasie kann auch eine Dysarthrie nach einem Schlaganfall auftreten. Weitere Ursachen sind Morbus Parkinson oder multiple Sklerose.

Die Häufigkeit der Dysarthrie richtet sich nach der Ursache. Bei einem Schlaganfall sind zum Beispiel 15-30% der Menschen betroffen, bei Morbus Parkinson 75-90%.

Stimmstörungen

Bei Schädigungen der Stimmlippen oder bei falscher oder zu hoher Belastung der Stimme kann es zu Stimmstörungen kommen. Die Tonhöhe, Lautstärke oder Qualität können dabei betroffen sein. Das führt dazu, dass die Stimme schwach ist, zittert, gepresst klingt oder dass sich die Tonhöhe verändert. Ursachen können eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Polypen oder eine Stimmlippenlähmung sein. Auch Personen, die in ihren Berufen viel sprechen, zum Beispiel Schauspieler, Sänger oder Lehrer, können betroffen sein.

Stottern

Menschen, die stottern wissen genau, was sie sagen möchten, haben aber Probleme dabei, flüssig zu sprechen. Es kann zum Beispiel dazu kommen, dass Silben oder Wörter wiederholt werden oder dass längere Pausen entstehen, bevor ein Wort gesprochen werden kann.

Stottern entsteht in der frühen Kindheit und kann auch bei Erwachsenen noch bestehen. Ungefähr 1% der Erwachsenen in Deutschland stottert. Stottern kann in allen Altersgruppen behandelt werden.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Für eine logopädische Behandlung brauchen Sie eine Verordnung von Ihrem Arzt. Zu Beginn führt der Therapeut oder die Therapeutin verschiedene Tests durch, um Ihre Sprache zu bewerten und sich einen Eindruck von den Symptomen zu verschaffen. Anschließend werden die Ziele für die Behandlung besprochen. Dabei spielen Sie selbst oder Ihre Angehörigen eine wichtige Rolle: Sie können entscheiden, was Sie sich in der Therapie wünschen und was Sie verbessern möchten!

Welche Übungen in der Therapie gemacht werden, kommt ganz auf das Störungsbild an. Das können verschiedene Sprechtechniken sein, Arbeitsblätter zum Lesen oder Schreiben und Übungen für zu Hause. Damit die Therapie erfolgreich ist und Sie Ihre Sprache verbessern, ist es wichtig, dass Sie auch zu Hause üben!

Wie lange dauert die Behandlung?

Für Logopädinnen und Logopäden ist es immer schwer zu sagen, wie lang eine Therapie dauern wird. Es hängt davon ab, welches Störungsbild behandelt wird, wie lange die Schwierigkeiten schon bestehen, wie oft zu Hause geübt wird und wie oft die Therapiestunden stattfinden. Abhängig davon kann die Behandlungsdauer sehr unterscheidlich ausfallen. Es ist auch möglich, die Therapie nach langen Abständen wieder aufzunehmen um Inhalte aufzufrischen.

Kurz gesagt: Eine erfolgreiche logopädische Therapie ist für verschiedene Störungsbilder auch im Erwachsenenalter möglich. Besonders wichtig ist, dass Sie selbst und Ihre Angehörigen eine aktive Rolle in der Therapie einnehmen!

Sollte Sie unsicher sein, ob eine logopädische Behandlung für Sie in Frage kommt, sprechen Sie Ihren Arzt an. Der Arzt kann ein Rezept für eine erste Abklärung ausstellen. Kontaktieren Sie gerne unsere Logopäd*innen!

Foto von Kampus Production auf Pexels.com

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