LaKru® – Stimmtransition

Inhaltsverzeichnis

LaKru® – Stimmtransition Stimmarbeit mit trans*, inter* und queeren Menschen

Deine Stimme ist ein Wunderwerk! 
Sie kann Emotionen in anderen auslösen und sie hilft dir dabei deine eigenen Emotionen
auszudrücken – und das sogar unbewusst.
Sicherlich hast du schonmal mit Freund*innen telefoniert und gehört oder gesagt:

„Störe ich? Du klingst so gestresst.“
„Hey, alles okay? Du klingst so niedergeschlagen.“
„Na, da klingt jemand aber gut gelaunt!“

Menschen geben durch die Stimme viele Informationen über sich und ihr Wesen preis.
Und leider ist es in der heutigen Gesellschaft noch so, dass dein Gegenüber häufig u.a. anhand der Stimme in den ersten Sekunden eine binäre Einordnung deines Genders in männlich oder weiblich vornimmt – oder recht verwirrt ist, wenn dies nicht eindeutig möglich ist.

Wir sind spezialisiert auf die Stimmtranstion bei trans* und queeren Menschen.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit dir, deinen passenden, individuellen Stimmklang zu finden, mit dem du dich wohl fühlst.

Thomas Lascheit ist Leiter unserer Abteilung für Stimmtransition. Er ist Mitbegründer und Entwickler der LaKru®–Stimmtransition und einer der erfahrensten Stimmtherapeuten auf diesem Gebiet.
Unsere Therapeut*innen sind durch Thomas ausgebildet und im stetigen Austausch.
Gemeinsam bieten wir dir einen SafeSpace, in dem du deine Stimme frei entwickeln kannst.

Was ist LaKru®?

Die LaKru®-Stimmtransition wurde von Thomas Lascheit und Stephanie A. Kruse entwickelt. Mit der LaKru® Stimmtransition lernst du auf einem strukturierten und somit effektiven Weg deine Stimme und ihre Möglichkeiten zur Stimmangleichung kennen.
Dabei ist die LaKru®-Grundidee, dass die anatomischen Strukturen durch Therapie zwar nicht verändert, in ihrer Funktion jedoch an das gelebte Geschlecht angeglichen werden können.

Was bedeutet das konkret? Neben Parametern wie Sprechmelodie, Betonung u.ä. ist der eigentliche Klang der Stimme der größte Unterschied zwischen einer als männlich, weiblich oder geschlechtsneutral wahrgenommenen Stimme.

Der Stimmklang ist anatomisch bedingt unterschiedlich: Die Stimmlippen einer cis*Frau sind kürzer, der Vokaltrakt – also der Resonanzraum über den Stimmlippen, welcher den Klang formt – ist kleiner als der eines cis*Mannes.

Mit LaKru® kannst du diese Strukturen funktional angleichen.

Wie funktioniert LaKru®?

In einfachen Übungen lernst du die zur Stimmtransition notwendigen Strukturen der Stimme und des Vokaltraktes in ihrem Aufbau und der Funktion kennen. Die Strukturen sind unterteilt in 4 Bausteine:

  • Taschenfalten
  • Kelhkopfpositionen
  • Stimmfunktionsbereiche
  • Twang

Das isolierte Training am jeweiligen Baustein erlaubt es dir anschließend, die Zusammensetzung deines Stimmklangs zu verstehen und im 5. Baustein, der „Hügel-Übung“, wunschgemäß und individuell zu formen.
Natürlich gehören auch die oben genannten Parameter wie Sprechmelodie und Betonung wenn nötig zur Therapie dazu.

Hierbei ist besonders wichtig: Du allein bestimmst, wie du klingst! Wir als Therapeut*innen stehen dir beratend und mit unserem Fachwissen zur Seite.

Ich identifiziere mich nicht binär - kann LaKru® mir helfen?

Ja!
Zwar wurde LaKru® ursprünglich zur Stimmfeminisierung entwickelt, die besondere Didaktik ermöglicht jedoch viel mehr:
Mit LaKru® lernst du die Zusammensetzung deines Stimmklangs kennen.
Du lernst, wie sich funktionale Veränderungen auf den Klang auswirken.
Dadurch bekommst du ein Tool an die Hand, das dir ermöglicht deinen Wunschklang gemeinsam mit unseren Therapeut*innen zu erforschen.
Das Ergebnis kann hierbei eher feminin, maskulin oder genderneutral ausfallen.
Um es losgelöst vom Gender auszudrücken: Das Ergebnis klingt bestenfalls wie du!

Ich bin trans*männlich - Wie hilft mir LaKru®?

Nimmst du Testosteron, so gilt es erst einmal ein wenig Geduld zu haben.
Häufig reicht die Substitution aus um eine als männlich gelesene Stimme zu entwickeln.
Stimmtherapie kann hier unterstützend wirken, ist aber nicht zwingend indiziert.

Ist das Ergebnis der Hormone nicht zufriedenstellend, kann LaKru® gut weiterhelfen:
Die Erfahrung zeigt, dass trans*Männer durch die Testosteronsubstitution zwar ausreichend anatomische Veränderungen entwickeln, manchmal aber muskulär an den alten Funktionen festhalten.
Vereinfacht ausgedrückt: Es kommt vor, dass trans*Männer stimmlich genau das machen, was wir mit trans*Frauen erarbeiten.
Die gezielten Übungen aus LaKru® ermöglichen hier ebenfalls eine bewusste Steuerung des Stimmklangs.

Auch wenn du kein Testosteron nimmst, kann LaKru® helfen einen männlicheren Stimmklang zu erreichen. Inwieweit dies möglich ist, hängt jedoch stark von den anatomischen Begebenheiten ab.
Um tiefer und dunkler zu klingen, benötigen wir große und weite Resonanzräume. Dies ist muskulär machbar – aber nur soweit die Anatomie dies hergibt.
Erst durch die Testosteronsubstitution wachsen diese anatomischen Strukturen.
Wir haben auch Erfahrung mit der stimmlichen Begleitung bei Microdosing und können hier beratend und begleitend zur Seite stehen.

Ich plane eine stimmfeminisierende Operation - kann LaKru® mir helfen?

Die gängigsten phonochirurgischen Eingriffe verändern lediglich den Anteil oder die Spannung der schwingenden Masse mit dem Ergebnis die Stimmlage zu erhöhen. Die Resonanz wird hierbei jedoch nicht verändert, so dass in vielen Fällen hier weitere Arbeit notwendig ist.
Unabhängig von der Gestaltung des Stimmklangs haben wir viel Erfahrung mit der stets
notwendigen Rehabilitation nach feminisierenden phonochirurgischen Eingriffen.

Foto von James A. Molnar

Sprach-Quiz

Spricht mein Kind altersgerecht?