Dysarthrie

Von Melanie Henkel

Was ist das?

Eine Dysarthrie ist eine nach Schädigung des Gehirns erworbene Sprechstörung, die beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls, eines Schädel-Hirn-Traumas, einer Hirnblutung, eines Hirntumors, oder aufgrund einer neurologischen Erkrankung wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose verursacht wird.

Was sind mögliche Symptome?

Bei einer Dysarthrie sind die Sprechbewegungen eingeschränkt, weshalb Artikulation von Sprechlauten verformt oder auch unverständlich verwaschen klingen. Dies kann sich in einer Schwächung, Verlangsamung oder falschen Koordination der Sprechmuskulatur (Zunge, Lippen, Kiefer) oder der Atmungsmuskulatur äußern. Des Weiteren ist die Stimmgebungsmuskulatur (Kehlkopf, Stimmbänder) beeinträchtigt.

In den meisten Fällen sind verschiedene Teilbereiche der Sprechmotorik mehr oder weniger beeinträchtigt. Beispiele hierfür könnten sein:

Gestörter Bereich Beispiel
Sprechatmung
verkürzte Ausatemdauer, pathologische Atemmuster
Stimmklang
heiser, behaucht, rau, gepresst
Aussprache
undeutlich, verwaschen
Sprechrhythmus
verlangsamt, abgehackt, Pausen
Sprechmelodie
monoton

Begleitsymptome

Da eine reine Dysarthrie Einfluss auf das Sprechen hat, ist das Verstehen, Lesen und Schreiben im Gegensatz zur Aphasie intakt. Allerdings kann eine Dysarthrie im Zusammenhang mit einer Sprachstörung/Aphasie stehen. Diese beiden Störungsbilder werden jedoch grundlegend unterschiedlich behandelt.

Wie sieht die Behandlung aus?

Zu Therapiebeginn ist eine gründliche Diagnostik erforderlich, um festzustellen, in welchen Teilbereichen welche Störung vorliegt. Nur dann ist eine gezielte Therapie möglich.

Je nach der zugrundeliegenden Erkrankung wird an der Verbesserung oder Erhaltung der am Sprechen beteiligten Funktionen gearbeitet. Der Fokus wird in der Therapie auf Atmung, Phonation, Prosodie und/oder Artikulation gelegt.

Da oftmals eine Dysarthrie durch eine degenerative Erkrankung verursacht wird, kann nicht immer mit einer Verbesserung der Sprechfunktionen gerechnet werden. Darum kann kompensatorisch ein Umgang mit elektronischen Sprechhilfen und unterstützender Kommunikation geschaffen werden.